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geht´s zu unseren Sportreisen 2008 mit Neuauflage der Italientour
Rennradabenteuer Italien 2006 - Der 8.Tag
Auf See - genießen - ausruhen und entspannen.
Bereits am Abend erreichen wir Genua. Nach der Ausschiffung
treten wir die Heimreise an.
VON
BERND MÜLLER
Es ist vollbracht: Jürgen Hauber, Paul Launer und ihre
zwölf Mitfahrer sind heil durchgekommen durch Italien, auf der
Rennradtour vom Gardasee bis nach Sizilien. Jeden Tag haben SCHWÄBISCHE
POST und GMÜNDER TAGESPOST aus Italien berichtet.
Was noch nachzutragen ist...
15
242 Kilometer:
Zur Maximalzahl hat's nicht gereicht: 14 Radler mal 1400 Kilometer,
das wären 19 600 Kilometer geworden. Aber 15 242 Kilometer können
sich auch sehen lassen. Die Gründe für die kilometerreduzierte
Rennrad-Kost waren vielfältig: Einige Radler waren schlicht vorsichtig
- und schonten vor allem an den ersten Tagen ihre Kräfte, indem
sie Teilstrecken ausließen. Dann kam am dritten Tag der Regen,
und die Abfahrt vom Apennin machte aus Sicherheitsgründen nur
der Busfahrer. Gelegentlich mussten die Gruppe-zwei-Fahrer aus Tempo-Gründen
ein paar Kilometer auslassen, weil nur die schnelle Hauber-Gruppe
den Zeitplan schaffte. Dazu kam, dass Fähren eben nicht auf ihre
Passagiere warten, hur weil die noch ein paar Kilometer herunterstrampeln
wollen. Und dass italienische Hotels kein Radsportler-Frühstück
ab 5.30 Uhr anbieten, sondern erst ab 7 Uhr. „Eigentlich brauchte
man neun Tage für die Reise", sagt Reiseführer Paul
Launer. Doch Kosten- und Zeitgründe sprechen dagegen. Dennoch:
Die Fahrleistung kann sich sehen lassen: Statistisch fuhr jeder 155,5
Kilometer am Tag. Und das eine Woche lang.
Die
Gruppe:
„Die waren auf einer Wellenlänge", freut sich Launer.
Radsportler zusammen im Urlaub, da bestätigte sich seine Erfahrung,
sind viel homogener als andere Reisegruppen. Das galt für die
Giro d'Italia-Truppe im Besonderen: „Es war keiner dabei, der
sich überschätzt hatte", resümiert Jürgen
Hauber, der sportliche Leiter. und die Bedenken seiner Sportkollegen
waren grundlos: „Bei mir im Verein haben sie gesagt: „Was,
Jürgen, Du gondelst da mit ein paar Hobby-Radlem durch Italien?
Na, dann viel Spaß.'", erzählt Hauber. Aber von Gondeln
konnte keine Rede sein. In Haubers Gruppe eins wurde so Tempo gefahren,
dass es selbst Hauber manchmal zu schnell wurde. Nicht schneller als
er konnte. Aber schneller, als er eigentlich vorge- habt hatte. Alle
hatten die nötige Grundfitness. Vom Jüngsten, dem 19-jährigen
Abiturienten Patrick Winter, bis zum Ältesten, dem 55 Jahre alten
Gymnasiallehrer Wynfrith Egetemeyr.
Das
Land Italien:
Zu Fuß würde es viel länger dauern. Und mit dem Auto
ist man durch eine Scheibe getrennt von der Natur. Alle Vorzüge,
die das Radfahren für den Sonntagsausflug hat, gelten analog
für eine Italien-Durchquerung. Man kommt relativ schnell voran
und kann dennoch etwa Gerüche aufschnappen, wenn es beim Durchrollen
in einer kleinen Hafenstadt erst nach frisch gefangenem, dann nach
gebratenem Fisch riecht, wenn einem die Seeluft (gern auch als Gegenwind)
ins Gesicht weht, wenn es auf dem Land nach Kräutern duftet.
Und, zugegeben, manchmal auch nach Abgasen riecht. An den Kulturdenkmälern
blieb nur Zeit für einen Kurzaufenthalt, aber die Landschaft
konnten wir im Wortsinn intensiv erfahren:
Das Sarca-Tal, den Gardasee, die topfebene zersiedelte Landschaft
der Po-Ebene, den im April noch schneebedeckten Appennin, die Toskana,
die italienische Riviera mit weitläufigen Pinienwäldem,
die Großräume Rom und Neapel, die postkartenschöne
Amalfiküste, das bergig-karge Kalabrien und Sizilien.
Verzicht:
Abends einen Stadtbummel machen, ein paar Kugeln Eis schlecken, in
ein Straßencafe sitzen, im Meer baden, Ausschlafen, ohne Zeitdruck
frühstücken, eine Führung machen - die Liste der Dinge,
auf die wir verzichten mussten, ist lang. Aber anders nicht zu haben:
Jeder hatte dies Schicksal freigewählt und wollte gar nicht anders:
Radfahren war für eine Woche unser Lebensinhalt.
Sicherheit:
„Stupido", rief einer der jüngeren Mitfahrer im Affekt
einmal einem italienischen Autofahrer zu. Mehr Konflikt war nicht.
„Die Leute hier haben mehr Verständnis für Rennradler,
wenngleich man als Radfahrer ein Vorfahrtsrecht nie einfordern sollte",
sagt Paul Launer.
Bis auf zwei glimpflich verlaufene Stürze ohne Auto-Beteiligung
gab's keine gefährlichen Situationen. Auch wenn's landestypisch
anders ist - immer wieder begegnet man italienischen Rennradlern,
die ihre schicke Gelfrisur zeigen statt Helm zu tragen -, von uns
war keiner „oben ohne". Der Sturz von Paul Launer, dem
in einer Pfütze das Rad wegrutschte, zeigte mal wieder, wie wichtig
Fahrradhelme sind: Launer schlug mit dem Helm auf den Asphalt auf:
Er hatte keinen Kratzer am Kopf, der Helm dagegen einen tiefen Riss.
Dazu trugen wir auf verkehrsreichen Strecken teilweise gelbe Warnwesten;
Paul Launer: „Sieht vielleicht nicht so schick aus, bringt aber
was fürs schnelle Erkanntwerden."
Schmerzen und Faszination:
Morgens um halb neun das schmerzende Gesäß wieder auf den
schmalen Rennradsattel betten - nicht gerade ein beglückendes
Erlebnis. Und dennoch: Jeden Tag gab es sie, die Momente, wo's einfach
nur Spaß machte. Wo die Faszination Rennrad, die schnelle Fortbewegung
auf einem im Schnitt neun Kilo schweren Rad, von dem nur ein leises
Surren der Radlager zu hören ist, die Schmerzen vergessen ließ.
Die belasteten Knie, Achillessehnen, Handgelenke.
Eine
Neuauflage?
„Da wird's ein Revival geben", ist sich Paul Launer, der
Chef der Firma Launer-Reisen, sicher. Am 6. April 2007 will er's nochmal
angehen. „Wir werden einige Feinheiten optimieren, aber das
Grundkonzept bleibt, weil es was Besonderes war und ist."
Fazit und Ziele:
„Ich bin erstaunt über mich", sagt Johannes Fidler,
der 1250 gefahren ist. Diese Kilometerleistung am Tag eine Woche lang,
das sei etwas Neues für ihn. „Der Gruppeneffekt war beeindruckend",
sagt Gabi Schirmer, „ich bin hier ein Tempo gefahren, das ich
alleine nicht fahren würde." „Man ist mitgerissen
worden", sagt Marion Winkler. Sie hat sich jetzt, wie auch Karl
Jakob, den Radmarathon „Alb Extrem" als Ziel gesetzt. Paul
Launer, Jürgen Hauber natürlich, der Schweizer Bruno Braun
und Wynfrith Egetemeyr wollen über die Ironman-Distanz beim Triathlon
in Roth
gehen, Oliver Herzig hat's 2007 vor. Karl Jakob und Dietrich Böhme
wollen beim Ostalb-Teamathlon mittun, Patrick Winter will ein gutes
Sportabitur machen. Roland Rieger peilt den „Ötztaler"
und das „Alpen-Brevet" in der Schweiz an. Gabi Schirmer
will weiter „so viel wie möglich Radfahren", Johannes
Fidler und Jürgen Russ wollen einfach nur weiter Spaß haben
am Radfahren. Jürgen Russ: „Für mich war's kein Trainingslager,
sondern einfach ein schöner Urlaub, der meine Erwartungen übertroffen
hat."
Bilder vom 8.Tag
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