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geht´s zu unseren Sportreisen 2008 mit Neuauflage der Italientour
Rennradabenteuer
Italien 2006 - Der 7.Tag
Sizilien wir kommen - Bis zur berühmten Straße
von Messina sind es heute Vormittag nur noch 60 Kilometer.
Ein Kinderspiel für uns. Die Fähre nimmt uns hinüber
nach Sizilien. Entlang der nördlichen Küste erreichen wir
heute Abend Palermo, wo bereits unser komfortables
Fährschiff mit schönen Doppelkabinen mit Du/Wc, schönen
Salons, Kino, verschiedenen Decks mit Restaurants, Unterhaltung auf
uns wartet. Jetzt nach 1.460 Kilometer Rad in 7 1/2 Tagen wird auch
der härteste Ausdauer(tri)athlet glücklich und zufrieden
sein, wenn er sich auf eine herrliche Rückreise auf See im Kreuzfahrtenflair
freuen darf.
VON
BERND MÜLLER
Siebter Tag: die Unersättlichen
Das hätte wohl keiner von uns gedacht: Statt das Ende herbeizusehnen,
wuchs auf dem letzten Abschnitt der Tour die Unersättlichkeit.
Zum
einen ist da die Kilometer-Sammelleidenschaft: Die nächste runde
100er-Zahl auf den Tacho fahren, eine neue Maximalmarke für die
eigene Sportler-Biographie setzen. Zum anderen ist da die Umgebung.
Nach dem vielen Verkehr in den beiden Großräumen Rom und
Neapel macht jetzt die Landschaft neue Lust aufs Rennradfahren.
Lust? Das Wort ist zu schwach. Sucht trifft es eher. Das Adrenalin
tut seine Wirkung. Wenn man in einer Gruppe die Küstenstraße
entlang düst, sind alle Schmerzen plötzlich wie
weggeblasen. Es ist ein perfekter Tag, da sind wir uns einig. Wenn
die Amalfiküste (6. Tag) hinter einem liegt, wird Italien plötzlich
ganz entspannt: Wenig Verkehr, die Küste zwar nicht mehr so spektakulär
felsig, aber mindestens
genau so schön. In einem kleinen Dorf werfen uns vielleicht 16-jährige
Mädels Kusshände zu. Die ganz Schnellen wie auch die Langsameren
in unserer Gruppe sind gleichermaßen unersättlich. Dazu
kommt, dass viele Radler schon Teile Italiens kennen: den Gardasee,
Rom, Neapel - hier in Ligurien und Kalabrien war
aber noch kaum einer. Wynfrith sagt: "Ich muss nochmal hier her
zum Radfahren."
Drum war auch der Zieleinlauf bei Villa San Giovanni - aus Zeitgründen
und wegen der Schnellstraße fahren wir auf Sizilien nur Bus
- von gemischten Gefühlen begleitet: "Ich hätte jetzt
noch weiter fahren wollen", war immer wieder zu hören. Einige
waren natürlich auch erleichtert. "Mir tut alles weh, das
Ziel kommt genau zum richtigen Zeitpunkt."
Ganz komisch kommen wir uns in Zivilkleidung vor. Kleider machen Leute.
Binnen sieben Tagen waren die Radklamotten zur normalen Erscheinungsform
geworden. Wir haben ungewöhnliches vollbracht, jetzt sind wir
wieder normale Menschen - und ein bisschen traurig darüber. Jürgen
Hauber, der erfahrene Triathlet, hilft uns zumindest ein wenig drüber
weg. "Nach sieben solchen Trainingstagen ist ein Ruhetag beinahe
überfällig." Den genießen wir jetzt auf der Fähre
von Palermo nach Genua.
Statistik: 14 Radler sind in sieben Tagen zusammen exakt 15 242 Kilometer
gefahren. Jeder der Teilnehmer saß zwischen 859 und 1300 Kilometer
auf dem Sattel. Zwei Stürze ohne schwere Folgen, eine technische
Panne (Kettenriss) und ein Platten mussten weggesteckt werden.
Bilder vom 7.Tag
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