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  Rennradabenteuer Italien 2006 - Der 6.Tag

Wir fahren die anspruchsvolle Küstenstraße mit Blick auf die Insel Capri - und es geht mächtig rauf und runter, es ist schon wichtig dass auch mal wieder ein paar Höhenmeter gefahren werden, nach Amalfi. Weiter über Paestum - vergiss Griechenland und die Akropolis. Die schönsten Griechischen Tempel der Welt findest Du in Paestum im südlichen Italien. Wir hoffen, dass auch die „Wildesten von den Wilden” überzeugt werden können eine der bedeutendsten Tempelanlagen der Welt zu besichtigen. Das Etappenziel wird heute die südlichste Provinz Italiens „Reggio Kalabrien” sein. (205 km).


VON BERND MÜLLER
Kultur, nicht nur kulinarisch
"Wir können doch nicht nur durchbrettern", sagt Bruno, der Schweizer inmitten der Gruppe der Ostalb-Radler. Zumindest einen Espresso müsse man doch trinken.


Von nun an gehört die tägliche Pause in einer italienischen Bar zum Standard-Programm. "Du bringst hier Kultur rein", lobt Karl. Die kurzen Stopps bringen mehr als Koffein ins Blut. Kurze Kontakte mit der italienischen Lebensart. Wie mit dem alten Herrn, der mit seinem Damenrad an der Bar vorbeigondelt, uns irgendwas vermutlich aufmunterndes zuruft und von uns radebrechend mit einem "Sono tedesci al bicicleta da Lago di Garda a Palermo" bedacht wird. Worauf er etwas anerkennendes, glauben wir jedenfalls, erwidert.
Ein Besuch in Pisa
Kultur gibt's nicht nur kulinarisch, ein Mindestmaß an Eindrücken jenseits der Straße wollen auch passionierte Rennradler miterleben. Zum Beispiel in Pisa, wo wir unter unzähligen Touristen aus der halben Welt die einzigen Radler sind - kein Wunder bei dem ausdauernden Nieselregen, der unsere Regenjacken benetzt. Der Aufstieg auf den schiefen Turm bleibt uns verwehrt. Keine Zeit, und mit den zum staksigen Gang zwingenden Radschuhen nur schwer möglich. Einen Tag später, am Ostermontag, einer der Höhepunkte der Tour: Einfahrt auf dem Petersplatz. Einen Tag, nachdem die Stadt rund eine halbe Million österliche Gäste durchgeschleust hatte. Ein Gänsehaut-Gefühl. Und, ganz nebenbei, viel stressfreier, als wenn man mit dem Auto nach Rom einfahren wollte. Als nächstes geht's entlang der Amalfiküste - übrigens eine der schönsten Rennradstrecken der Welt - zu den antiken Tempelanlagen in Paestum, Reiseführer Paul hat uns schon vorgeschwärmt. Für eine ausführliche Führung bleibt mal wieder keine Zeit. Die Kilometer-Fresser-Euphorie hat nun fast alle erfasst. Eine Führung kann man später mal nachholen, nun gibt's weitere Kilometer auf den Tacho. Nicht mal für einen Kaffee hat's heute gereicht. Aber am letzten Tag gibt's garantiert noch einmal ein Stück italienische Kultur.

  Bilder vom 6.Tag
       
       
       
       



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